Wir waren 4 Frauen und 3 Männer. Thema des Abends: Vaginale Orgasmen. Wie funktioniert das? Was hat es damit auf sich? Und warum ist es für manche Frauen easy-peasy  und anderen wiederum erscheint es, wie etwas völlig unerreichbares, was in weiter Ferne darauf wartet von uns entdeckt zu werden?

Da saßen wir dann also zu siebt auf dem Fußboden, alle mit einem aufgeregten Funkeln in den Augen. Ich hab die Frage in die Runde geworfen, wer denn schon alles Erfahrungen gesammelt hat? Oder zumindestens glaubt, dass er sie hat. 2 Männer haben die Hand gehoben, zwei Frauen haben ziemlich zögerlich und unsicher die Hand gehoben (darunter ich) und dann seh ich nur aus dem Augenwinkel, wie eine andere Hand schnell und selbstsicher nach oben schießt.

„Also ich hab regelmäßig vaginale Orgasmen. Ständig sogar. Und wenn ich ganz loslasse, dann squirte ich auch drauf los.”

Ich muss zugeben: In meiner ersten Reaktion war ein Funken Neid zu finden und auch schon einen Ticken an Distanz. So etwas von einer Frau zu hören, schüchtert mich im ersten Moment ziemlich ein und ich mache mich schnell kleiner, als ich es bin.

Da wir uns aber in einem sicheren und schönen Raum bewegt haben und in mir so große Neugierde ist, folgte ziemlich schnell eine rießige Vorfreude auf den Austausch mit ihr. Und so war es dann auch. Der Abend endete unglaublich wertvoll für mich und einige meiner Erkenntnisse möchte ich gerne mit dir teilen.

Mein Weg zur weiblichen Hingabe

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Bis dato kann ich nur erahnen, wie schön sich so ein vollständiger vaginaler Orgasmus anfühlen kann. Ein Teil meines Weges zurück zu meiner Weiblichkeit bestand daraus, mich wieder in Röcke und Kleider zu verlieben; wieder eine zarte und weiche Seite in mir reifen zu lassen. Mit dieser Entwicklung ging einher, dass ich mich immer hingebungsvoller dem Leben zuwenden konnte. Und das hat sich auch ganz ohne Anstrengung, sehr fließend in meinem Sexleben wiedergespiegelt. Pure Hingabe und zerschmelzen. Nicht immer, manchmal nimmt nachwievor der Kopf überhand, aber schon so viel öfter kann ich völlig in meiner Lust und dem Begehren aufgehen und viel intensiver meine Sexualität erleben.

So sah mein Weg aus. Das heißt ganz bestimmt nicht, dass er so für alle anderen Frauen auch aussehen muss. Und trotzdem glaube ich fest daran, dass viele Frauen sehr “hart” geworden sind. Nicht nur im Leben, aber auch in ihrer Sexualität. Rückblickend würde ich die Art und Weise, wie ich früher Sex hatte auch eher als männlich bezeichnen, statt hingebungsvoll. Sehr schnell und starre Bewegungen. Heute ist meine innere Tänzerin viel präsenter im Bett und es gibt nichts schöneres, als während dem Sex das Gefühl zu haben mit dem Partner einen hingebungsvollen Tanz zu tanzen.

Ich selbst hab’ zwar noch keinen vollständig vaginalen Orgasmus mit einem Partner geteilt, dafür aber mit mir selber 😉 Bei einer längeren Self-Love Session, bei der ich mir ganz viel Zeit für mich selbst genommen habe.

Ich spreche mit allen möglichen Leuten, vorallem Frauen, relativ offen über Sexualität. Für die wenigsten, die ich bisher getroffen habe, gehören vaginale Orgasmen zum Standartprogramm und sind natürlich leicht zu erleben. Und wenn ich dann mal eine gefunden habe, so wie an diesem Abend, die bereit ist ihre Erfahrungen zu teilen, freue ich mich ganz besonders darüber.

So hab ich dann also den Abend mit Leah *Name geändert* verbracht.

Ich habe mich während unserem Gespräch weniger auf das Praktische konzentriert, sondern mehr auf die Frage, warum es manchen Frauen so verdammt schwer fällt einen vaginalen Orgasmus zu erleben, bzw. sich zu entspannen und fallen zu lassen, und anderen wiederum total leicht?

Woran könnte das liegen? Was sind die Ursprünge?

Und wo und wie können wir anfangen, den Ursprung der Quelle wirklich zu heilen, um unser gesamtes sexuelles Potenzial auszuleben und berauschende vaginale Orgasmen zu erleben, so wie es jede Frau auf diesem Planeten verdient hat?

Ich hab versucht, das, was ich rausgefunden habe, kurz zusammenzufassen. Ich hoffe, du kannst etwas daraus mitnehmen.
Lass es mich gerne in den Komentaren wissen und du darfst auch gerne deine Erfahrungen mit anderen Mitleserinnen teilen.

1) Wie war dein Einstieg in deine Sexualität?

Leah’s erstes Mal war ziemlich schön. Sie hat sich mit ihrem Freund sicher genug und emotional und seelisch bereit dafür gefühlt.

(Was ich von mir mal so nebenbei gesagt, gar nicht behaupten kann.)

Der erste Kontakt, die ersten Jahre mit deiner Sexualität haben einen entscheidenen Einfluss auf dein derzeitiges Sexleben. Hast du dich die ersten Male sicher und entspannt gefühlt? Konntet ihr offen darüber reden? Hattest du Schmerzen? Wie sehr hast du demjenigen vertraut?

Das alles sind Fragen, die es sich lohnt zu erforschen. Und gleichzeitig ist es gut zu wissen, dass gerade solche Erfahrungen noch sehr viele alte Emotionen gespeichert haben können, die freigesetzt werden könnten, wenn du tiefer in sie einsteigst.

Sei also liebevoll und behutsam mit dir, wenn du dich an die Anfänge deiner Sexualität zurückerinnerst.

2) Wie „wach“ ist deine Vagina?

Leah war überrascht als sie von mir gehört hat, dass es mehrere Monate gebraucht hat, bis ich überhaupt irgendwas innerhalb meiner Vagina gespürt habe. Jap, mehrere Monate! Sie dachte, dass wäre nur von irgendwelchen halbwahren Wissenschaftlern ausgedacht, dass so etwas überhaupt möglich ist. Für sie war es einfach normal, schon immer vaginal “wach” zu sein und stimuliert zu werden.

Ich will nicht wissen, wie viele Frauen es da draußen gibt, die wenig bis gar nichts innnerhalb ihrer Vagina spüren. Die stellenweise noch nichtmal den Penis in sich spüren, weil sie innerlich so taub sind.

Vor zwei Wochen habe ich ein Tantra-Massage Kurs mitgemacht. Tantra war dabei eher weniger das Thema für mich, sondern Schoßraumarbeit. Mir meines heiligen Raumes wieder bewusst zu werden, den meine Gebärmutter bildet. Mich wieder mit ihm zu verbinden, mein Becken als eine goldene Schale zu fühlen und zu spüren, die ich mit meiner Energie füllen kann. Wir haben viele verschiedene Übungen dazu gemacht, haben unsere Hände auf unsere Yonis gelegt, uns mit ihr verbunden und ihr liebevolle Berührung geschenkt.

Vor einiger Zeit habe ich mir dann auch meines erstes “SexToy” zugelegt, die SmartBalls von der funfactory. Später dann noch ein klassisches Yoni-Ei.

Auch wenn diese beiden “Tools“ mich darin unterstützt haben, meine Sensibilität innerhalb meiner Vagina aufzubauen und zu stärken, würde ich nicht sagen, dass meine Fortschritte nur auf die Arbeit mit dem Yoni-Ei zurückzuführen sind.

Rückblickend würde ich sagen,  dass das, was mich am Anfang am meisten unterstützt hat, wirklich bewusste Selbstbefriedigung war.

Mich selbst mit meinen Fingern zu berühren und mir wirklich die Zeit zu nehmen, die ich brauche. Mir die Zeit zu schenken, um mich selbst zu genießen und meinen Innenraum zu erforschen.

Mariah Freya hat dazu mal einen grandiosen Artikel geschrieben, den ich dir wärmsten weiter empfehle. Ich habe mehr oder weniger genau das getan, was in diesem Artikel stand und es hat mir sehr sehr gut getan. (http://mariahfreya.com/vaginal-massage-how-to-massage-your-vagina)

Wie oben schon erwähnt – es hat wirklich Monate gebraucht, bis ich auch nur einen Hauch von Sensation und Stimulierung gespürt habe. Wenn du also gerade auch noch relativ wenig spürst, dann bitte vergiss nicht geduldig zu sein und ich kann es gar nicht oft genug sagen: Liebevoll mit dir selbst zu bleiben.

Du kannst übrigens gut abchecken, wie es gerade um deine Selbstliebe steht, wenn du mal einen genaueren Blick auf deine Selbstbefriedung wirfst. 😉 Sind das nur lappige 5 Minuten vorm schlafen gehen, wenn du eh schon müde bist und husch husch fertig. Oder sind das wirklich 30minütige Liebkosungen und ein tiefes eintauchen und verbinden mit dir selbst?

3) Was wurde dir von deinen Eltern, sozialem Umfeld etc. mitgegeben?

Dass wir in einer Kultur leben, die leider weit davon entfernt ist Sexualität wertzuschätzen und zu feiern, sie dafür lieber in die 4 Wände unseres Schlafzimmers einsperrt und als “privat” labeled, ging an keinem von uns ungeschont vorbei.

Sexualität geht uns alle was an.

Und es gibt ein paar Glückssträhnen unter uns, deren Eltern ein sehr gesundes Verhältnis zu ihrer Sexualität aufgebaut haben und somit auch an ihre Kinder weitergeben konnten.

Ich kann nicht unbedingt sagen, dass ich „unfrei“ erzogen worden bin. Ich wurd’ halt einfach gar nicht erzogen. Niemand hat mit mir gesprochen, mir wurde nichts erklärt und die ersten Jahre waren ein blindes umherirren und stolpern und hauptsache irgendwie durchkommen.

Eine andere Freundin von mir wurde z.B schon im frühen Kindsalter dazu ermutigt, sich selber anzufassen und zu erforschen. Ihr wurde es nicht verboten sich selbst zu erforschen (nur in öffentlichen Räumen) und sie wurde auch nicht schräg angeguckt, wenn sie es getan hat und hätte sich dafür schämen müssen.

Statt tänzerischer Früherziehung, sexuelle Früherziehung.

Sie wurde beim Erforschen ihrer Sexualität eben nicht alleine gelassen, sondern ermutigt und von ihren Eltern begleitet.

Kein Wunder also, dass auch diese Freundin völlig problemlos kommen kann, multiple Orgasmen erlebt und eine erfüllende Sexualität genießt.

Erfüllte Sexualität: Wenn nicht im Hier und Jetzt – wann dann? 

Ganz egal, wo du gerade in deiner Sexualität stehst, ob du gerade erst anfängst dich näher mit ihr auseinanderzusetzen, du dich schon relativ frei fühlst oder noch so absolut gar keine Idee hast, wie du dich behutsam rantasten kannst:

Da, wo du jetzt gerade bist, bist du genau richtig.

Es gibt so unendlich viel zu erforschen. Aber Erfüllung findest du im Hier und Jetzt. Du brauchst keine vaginalen Orgamsen, um ein erfülltes Sexleben zu haben. Wenn du dich jetzt nicht schon erfüllt fühlst mit deiner Sexualität, dann wirst du es auch ganz bestimmt nicht mit dem krassesten Orgasmus dieser Welt.

Es ist schön eine Sehnsucht in sich zu tragen und zu merken „Ja, ich möchte gerne erleben, wie es sich anfühlt einen vaginalen Orgasmus zu haben”. Deine Sehnsucht ist immer auch ein stückweit Wegweiser. Sie zeigt dir eine Richtung an, in die du gehen kannst. Aber die Suche und Forschungsreise, sollte nicht zu einer Besessenheit werden. Viel zu leicht vergessen wir nämlich darüber hinaus, was wir alles schon erleben können und wie dankbar wir für genau das sein können, was ist.

Und auch zu merken, was es für ein Geschenk ist, das dir die Reise in eine bewusst gelebte Sexualität noch bevorsteht. Und wie wunderbar aufregend diese Reise noch sein wird.

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Also meine Liebe, safe travels. Pass auf dich auf. Sei behutsam, nimm dir die Zeit, die du brauchst und breath in & breath out. Alles kommt zu seiner Zeit. 🙂

In Liebe und Dankbarkeit, dass du hier bist

Kaiya Morris

Hi! Ich bin Kaiya. Autorin, Ernährungsberaterin (i. A.), Online Business Mama von diesem Baby hier, Coach und so viel mehr. Alles was ich tue, dient einem Grund: Dich in deinem spirituellen und sexuellem Wachstum zu unterstützen. Ich freu mich, wenn du Teil meiner SISTERHOOD Community wirst oder mein E-Book lesen magst.

Lerne die 6 essenziellen Bereiche deiner Self-Care kennen. 

FÜR EIN SPIRITUELL UND SEXUELL GESÄTTIGTES LEBEN

Ja, das will ich lesen!
2017-07-25T07:24:58+00:00
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